Fragen & Antworten

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Wie läuft eine Trainingsstunde ab?

Jede Trainingsstunde ist individuell.

Ich arbeite ursachenorientiert, weshalb eine Anamnese beim Erstgespräch wichtig und sinnvoll ist, um das Verhalten Ihres Hundes verstehen zu können und ohne "Nebenwirkungen" daran zu arbeiten.

Was benötige ich für ein Training Bei Ihnen?

Für ein Training benötigen Sie leicht schluckbare, schmackhafte Leckerlies und am Besten ein Brustgeschirr.

Richtig schmackhafte Leckerlies sind erfahrungsgemäß beispielsweise: Käse, Wiener, Hühnerherzen, Futtertube, Hühnchenbrust etc.

Die Leckerlies können Sie beispielsweise in einem Leckerliebeutel oder in einer Bauchtasche mitnehmen, sodass sie diese schnell zur Hand haben.

Falls Ihr Hund Spielzeug bevorzugt, können Sie dieses gerne mitbringen.

Natürlich freut sich Ihr Hund und auch ich, wenn Sie gute Laune mitbringen :-)

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Einige Menschen sind der Meinung, dass Ihr Hund auch ohne Leckerlies dies und jenes machen soll... Wenn sich ein Verhalten für einen Hund aber lohnt, wird er es gerne bzw häufiger zeigen und auch schneller lernen. Deshalb motivieren wir Ihren Hund möglichst bedürfnisgerecht und auch mit Leckerlies/Spielzeug. Selbstverständlich aber auch mit Stimme/sozialer Zuwendung etc.

Seien Sie beruhigt: Die Leckerlies kann man natürlich wieder abbauen, sobald Ihr Hund gelernt hat worum es geht. Somit müssen Sie diese also nicht für immer mitschleppen ;-)

Ich schätze Ihnen macht die Arbeit auch mehr Spaß, wenn am Ende des Monats Geld auf dem Konto ist, richtig? Ein "Super gemacht" hört man natürlich gerne, aber wären Sie allein deshalb so motiviert, dass Sie auf Ihr Gehalt verzichten würden? Lohn ist wichtig - Unsere Hunde empfinden da ganz ähnlich ;-) 

Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen - Hunde mit viel "will to please" sind sehr viel leichter zu motivieren als beispielsweise Herdenschutzhunde.

Warum Brustgeschirr statt Halsband?

Ein Brustgeschirr deshalb, weil es Kehlkopf, Halsmuskulatur und die Halswirbelsäule schont im Gegensatz zu einem Halsband.

Verspannungen in der Halswirbelsäule haben laut klinischer Studie die gleiche Symptomatik wie bei uns Menschen: Kopfschmerzen, Schmerzen in der Wirbelsäule, Schwindelgefühl usw.

Um selbst zu spüren wie unangenehm jeglicher Druck am Hals ist, umfassen Sie diesen mit Daumen und Zeigefinger und drücken auf den Kehlkopf. Sehr unangenehm, oder?

Unter Druck oder Schmerz lernt es sich bekanntlich auch nicht gut.


Empfehlenswertes Brustgeschirr:
Y-Geschirr wie z.B:

Anny X    oder    Petlando.


Übrigens: Schleppleinen dürfen bitte niemals an ein Halsband fest gemacht werden. Das kann massive Verletzungen zur Folge haben!

Welche Methode nutzen Sie für das Training?

Ich nutze keine bestimmte Methode für das Training, sondern betrachte jeden Hund als Individuum und arbeite dementsprechend auch individuell.

Wichtig ist mir ein positives Training, das heißt sowohl Sie als auch Ihr Vierbeiner sollen Spaß haben.

Liebevolle Konsequenz und Regeln sind wichtig, aber auch diese werden vermittelt ohne den Hund unter Druck zu setzen oder einzuschüchtern.

Warum sollte Strafe im Hundetraining vermieden werden?

Leider werden unfaire Strafen/Korrekturen auch heute noch oftmals vorgelebt und dementsprechend auch nachgeahmt.

Vielen Menschen ist gar nicht bewusst welche "Nebenwirkungen" häufig daraus resultieren.

Strafen unterbrechen unerwünschtes Verhalten teilweise zwar schnell, weil der Hund beispielsweise sehr eingeschüchtert wird, jedoch lernt der Hund nicht was er stattdessen tun soll, weshalb diese Art von "Training" weder nachhaltig noch sinnvoll ist.​

Als Trainerin ist es für mich selbstverständlich sowohl Ihnen als auch Ihrem Hund effektiv weiterzuhelfen, indem ich die Ursachen der Probleme berücksichtige und daran arbeite.

Welche "Nebenwirkungen" sind beim Einsatz von Strafe möglich?

- Vertrauensverlust

Auf der Seite "Pflegehunde & Trainingsweg" habe ich ein Beispiel mit einer Vogelspinne aufgeführt.

Wenn wir immer wieder Situationen ausgeliefert werden bei denen wir uns vielleicht sowieso schon unwohl fühlen und diese bewusst oder unbewusst durch unseren Partner auch noch verschlimmert werden, verlieren wir Stück für Stück immer mehr Vertrauen zu unserem Partner und in solche Situationen.

​Ähnlich geht es auch jenen Hunden, die mit Leinenrucks oder Sonstigem bestraft werden, wenn sie Ihre Emotion "laut äußern", d.h. bellen etc. Stress kommt noch hinzu. Dieser hat verschiedene Auswirkungen und kann sich unter Anderem in Verhaltensauffälligkeiten im Alltag zeigen (wie beispielsweise die eigenen Pfoten beknabbern, lecken, nicht zur Ruhe kommen etc).

- Fehlverknüpfungen

Ihr Hund sieht einen anderen Hund und bellt. Sie setzen einen Schreckreiz oder Leinenruck ein und genau in diesem Moment kommt ein Kind um die Ecke, welches Ihr Hund wahrnimmt. Den Schreck bzw Schmerz hat Ihr Hund nun eventuell mit dem Kind und auch mit dem Ort verknüpft. Daraus kann resultieren, dass er Kinder und diesen Ort zukünftig meidet oder Aggressionsverhalten zeigt. 

(Hunde lernen orts- und situationsbezogen.)

Wenn Ihr Hund in dem Moment der Strafe den anderen Hund angesehen hat, verknüpft er den Schreck oder Schmerz sehr wahrscheinlich mit diesem und ein Teufelskreis beginnt. Ihr Hund verknüpft andere Hunde deshalb vermutlich von Mal zu Mal noch negativer.

Vielleicht ist es schon mal passiert, dass Ihr Hund einen Stromschlag an einem Weidezaun bekommen hat? Eventuell hat er den Stromschlag mit den Tieren auf der Weide verknüpft, mit dem Ort oder sogar mit Ihnen?

Leider kann man vorab nie wissen womit der Hund den Schreckreiz bzw Schmerz verknüpft, weshalb Strafe so viele negativen Auswirkungen haben kann.


- Umgerichtete Aggression 

Bedeutung: Sie fügen Ihrem Hund etwas Unangenehmes hinzu woraufhin er Aggressionsverhalten gegenüber Ihnen zeigt.

Das heißt: Sie geben Ihrem Hund beispielsweise einen Leinenruck oder packen ihn im Nacken etc und Ihr Hund schnappt oder beißt Sie daraufhin.


Zudem kann es unter Anderem auch zu Stress, Angst, Frust, plötzlicher Aggression usw kommen.


Mir ist es leider ein Mal passiert, dass mir mein Autoschlüssel aus der Tasche heraus gefallen ist als ich Mocca gerade das Geschirr anziehen wollte. Durch den Knall auf die Fliesen erschrak sie, lief davon und wollte danach weder zu mir noch in die Nähe des Geschirrs kommen. Es tat mir so leid. Dieses eine Mal hatte gereicht, um das Geschirr negativ zu verknüpfen. Ab diesem Tag an lief sie vor mir weg, wenn ich das Geschirr aus dem Schrank heraus geholt habe. Ich habe mir sehr viel Zeit genommen, um das Geschirr wieder positiv zu verknüpfen, doch brauchte es bei ihr durch ihre Vergangenheit viel Training, Verständnis und Geduld. Mittlerweile schlüpft sie aber wieder von alleine hindurch.

Vielleicht konnten Sie etwas Ähnliches auch schon mal bei Ihrem Hund beobachten?

Aber die Wasserflasche tut doch nicht weh?

Nun werden Sie sich vielleicht denken "Wenn ich meinen Hund mit einer Wasserflasche anspritze, tut das doch nicht weh?! Und den Schlüssel werfe ich ja nicht auf ihn drauf?!"

Stimmt, es ist nicht schmerzhaft, aber es ist trotzdem höchst unangenehm und Ihr Hund versucht deshalb die Symptome zu unterdrücken, weil er weiß was ihm sonst blüht.

Einem Kind tut es ja auch nicht weh, wenn man ihm zur Strafe jedes Mal Wasser in sein Gesicht spritzt oder einen Schlüssel vor die Füße knallt und trotzdem würde niemand auch nur auf den Gedanken kommen dies zu tun, richtig?

Anhand der Reaktion des Kindes wüssten Sie auch, dass es sehr unangenehm ist, denn die meisten Kinder würden (vor Schreck) wohl anfangen zu weinen.

Hunde können (leider) nicht weinen sonst gäbe es sicher sehr viele, die das tun würden.

Bitte lassen Sie sich nicht davon blenden, dass die Hunde vermeintlich "schneller" das unerwünschte Verhalten abstellen - Die daraus häufig resultierenden Nebenwirkungen benötigen auch wieder viel Training und Zeit.

Übrigens stumpfen viele Hunde auch ab was das Thema "Strafe" betrifft. Das heißt irgendwann reicht eventuell die Wasserflasche je nach Hund nicht mehr aus, um die Hunde zu beeindrucken und an das Anschreien haben sie sich womöglich gewöhnt. Möchte man dann einen ganzen Eimer Wasser auf den Spaziergang mitschleppen? Und was tut man denn im Notfall, wenn der Hund von einem lauten Schrei nicht mehr beeindruckt ist?

Für ein Kind nehmen Sie sich wahrscheinlich Zeit zu erklären warum man dies und jenes nicht darf, oder?
Hunde verdienen es genau so zu verstehen was sie stattdessen tun sollen.


Hunde brauchen doch Regeln und Grenzen?!

Natürlich gibt es gewisse Regeln und Grenzen, die ein Hund kennen und einhalten sollte. Allein schon zu seiner eigenen Sicherheit.

Das bedeutet aber nicht, dass wir unseren Hund unfair behandeln müssen, um diese durchzusetzen.

Faires Training, verständliche Regeln und liebevolle Konsequenz sind hierbei der Weg zum Ziel.

Auch Kinder brauchen Regeln und Grenzen. Diese vermitteln wir ebenfalls verständlich und fair, aber doch nicht mit Wasserflasche, Trainingsdiscs bzw Einschüchterung, richtig?

Warum sollte man die Ursache behandeln statt nur die Symptome zu bekämpfen?

Beispiel:

Stellen Sie sich vor Sie leiden ständig unter Bauchschmerzen und wissen den Grund dafür nicht.

Trotz dass Sie sich aufgrund dessen möglichst gesund ernähren, bekommen Sie nach dem Essen oft Bauchkrämpfe. Langsam vergeht Ihnen der Appetit bereits beim Anblick von Essen und Sie gehen zum Arzt. Dieser verschreibt Ihnen Schmerzmittel, welche schon bald ihre Wirkung zeigen -> Sie sind schmerzfrei.

Kaum setzen Sie allerdings die Tabletten ab, beginnen die Bauchschmerzen wieder. Sie greifen erneut zu den Schmerzmitteln, welche langsam aber sicher auf den Magen schlagen. Nun sind die Schmerzen noch schlimmer als zuvor. Es ist ein Teufelskreis.

Diesmal gehen Sie zu einem anderen Arzt, welcher nach der Ursache forscht statt nur die Symptome zu behandeln. Es stellt sich heraus, dass Sie eine Laktoseintoleranz haben.

Nun haben Sie Klarheit und verändern Ihre Essgewohnheiten woraufhin es Ihnen nach jeder Mahlzeit bestens geht.

Wäre aber die Ursache nicht behandelt worden, hätten Sie weiterhin ständig unter Schmerzen, Stress und wahrscheinlich schlechter Laune gelitten.

Es ist daher weder nachhaltig noch zielführend lediglich Symptome zu unterdrücken.


Hunde, welche eingeschüchtert bzw unfair gestraft werden - damit sie augenscheinlich ruhig sind - leiden ebenso wie Sie darunter, wenn lediglich die Symptome bekämpft werden. Oftmals fallen diese Hunde wieder in alte Verhaltensmuster zurück oder aber es resultieren andere Probleme daraus/der Hund bringt seinen Stress anders zum Ausdruck (Beispiel: Magenkrämpfe aufgrund der Schmerztabletten - Teufelskreis)

Übrigens schlägt nicht nur bei uns Menschen Stress auf den Magen sondern auch bei Hunden - Dauerhafter Stress macht krank.


Sie sind es wert, dass man sich für Sie Zeit nimmt, um Ursachen zu behandeln und Ihr Hund ist es ebenso wert.

Und wie bekomme ich den nötigen Respekt?

Das Wort "Respekt" wird leider häufig im falschen Zusammenhang verwendet.

Damals war es nahezu "normal", dass Lehrer ihren Schülern auf die Finger gehauen haben.

Versetzen Sie sich gerne mal in die Lage eines ADHS-Kindes, welches solch einen Lehrer hat.

Sie sind das Kind und bemühen sich, können sich aber teilweise einfach nicht still halten. Und bei jedem Mucks folgt eine unfaire Konsequenz des Lehrers. Sei es ein Schmerz in den Fingern, der Rauswurf aus der Klasse, ein Verweis der Schule, ein Elterngespräch etc.

Ihr Lehrer ist unberechenbar - Manchmal wissen Sie gar nicht warum Sie nun bestraft werden bzw was nun geschieht. Und genau das ist das Schlimme daran!

Macht Ihnen das Lernen mit diesem Lehrer Spaß? Freuen Sie sich auf die nächste Stunde? Wahrscheinlich nicht.


Wäre hier das Wort "Respekt" gegenüber dem Lehrer passend? Oder vielleicht doch eher "Angst"? Angst vor einer Konsequenz?

Respekt verdient man sich - Angst wird erzwungen.


Ist ein Lehrer hingegen sehr freundlich, macht auch mal den ein oder anderen Spaß mit seinen Schülern und kann trotzdem für gute Leistung und die nötige Ruhe sorgen, so hat er sich Respekt verdient!


Ich habe zu beiden Beispielen jeweils zwei ehemalige Lehrer im Kopf. Sie auch?
Und ich weiß noch genau bei welchem Lehrer ich besser lernen konnte während ich alles was mit dem anderen Lehrer zu tun hatte ganz doof fand.

Respekt und Vertrauen können nicht erzwungen werden, Angst hingegen schon!

Züchterhund vs Tierschutzhund

Worin unterscheiden sich Züchterhunde und Tierschutzhunde?


Züchterhund:

Seriöse Züchter sind einem Zuchtverein angeschlossen. (Zuchtzulassung, Begutachtung von Zuchtstätte/Elterntiere/Wurf durch Zuchtwart, Ahnentafel, Gesundheitsuntersuchungen, Prüfungen etc)

In einer seriösen Zucht werden ausschließlich nachweislich gesunde und wesensfeste/gut sozialisierte Hunde der gleichen Rasse miteinander verpaart, da die Genetik auch bezüglich der Nachkommen eine große Rolle spielt.

Die Welpen wachsen mit Familienanschluss auf und werden ihrem Alter entsprechend sozialisiert.

In der sensiblen Phase ihres Lebens (Bis zur  ~16. Lebenswoche) sollten Welpen andere Lebewesen wie zum Beispiel verschiedene Menschen und Tiere, aber auch unterschiedliche Hundetypen positiv kennenlernen. 

Aber auch Alltagsgeräusche, erste Ausflüge ins Freie, Gewöhnung an die unbelebte Umwelt/Kennenlernen verschiedener Umweltreize (Geräusche, Gerüche, Bodenbeschaffenheiten, Materialien, Verkehr, Maschinen, ...), Tragen eines Brustgeschirrs/Leine uvm. sollte der Welpe in Ruhe und dosiert kennen lernen.

Dabei gilt:

Bei der Sozialisierung und der Gewöhnung ist weniger mehr. Es sollte für ausreichend lange Schlaf- und Ruhezeiten gesorgt werden (Ca 18 - 20 Stunden täglich)


Tierschutzhund:

Ein Tierschutzhund hingegen hat oftmals nicht die Chance andere Lebewesen (positiv) kennen zu lernen geschweige denn seine Umwelt zu erkunden. Manche Welpen wachsen bereits in einer Tötungsstation oder im Shelter auf, sammeln schlechte Erfahrungen mit Menschen/Hunden und leben abgeschirmt von der Welt. Viele der Elterntiere lebten wild und sind scheu, ängstlich oder gar aggressiv gegenüber Menschen und anderen Tieren. Auch hier beeinflusst die Genetik die Eigenschaften der Nachkommen.

Viele Tötungs- bzw Shelterhunde sind ständig gestresst aufgrund verschiedener Faktoren: 

Lautstärke, zu wenig Schlaf-/Ruhezeit und ebenfalls zu wenig essen/trinken, Konflikte mit anderen Hunden, Misshandlung, Kälte/Hitze, zu kleine Zwinger, Gestank uvm.

Ein Hund aus einer Tötungsstation/Shelter ist oftmals mit unserem Leben hier überfordert.

Viele Menschen haben eine falsche Vorstellung davon einen Auslandshund "zu retten". Sie adoptieren einen solchen Hund im Glauben, dass dieser unglaublich dankbar sein und alles für sie tun würde.

Und ja: Solche Tierschutzhunde gibt es! Aber es gibt auch viele, für welche unser Alltag eine ständige Überforderung und Herausforderung darstellt.

Plötzlich lebt der Tierschutzhund in einem warmen Haus statt im kalten Zwinger, es ertönen Geräusche, die jener Hund noch niemals gehört hat, verschiedene Menschen, welche ihn plötzlich streicheln statt schlagen möchten, die große, weite Welt von welcher der Hund vorher nichts gesehen hat, andere Tiere, welche er vorher nie kennen gelernt hat, eine Leine, welche den Radius des Hundes erheblich einschränkt, sodass dieser in verschiedenen Situationen nicht mehr ausweichen/die Distanz vergrößern kann, viele Hunde, welche einfach "Hallo" sagen möchten uvm.


Bitte vergessen Sie nicht, dass jene Hunde in der wichtigsten Zeit ihres Lebens kaum etwas (positives) kennenlernen konnten. Jene Hunde sollten an alles sehr langsam und dosiert herangeführt werden.

Lassen Sie Ihren Tierschutzhund erstmal in aller Ruhe ankommen. Empfangen Sie keine Besucher. Gehen Sie die erste Zeit nicht spazieren. Ihr Hund ist mit allem Neuen sowieso bereits überfordert. Gönnen Sie ihm viel Ruhe und Schlaf, um alles verarbeiten zu können.

Und das Wichtigste: Vergleichen Sie ihn nicht mit einem "Züchterhund", denn diesen Erwartungen kann kaum ein Tierschutzhund gerecht werden.

Für einen Tierschutzhund braucht man in der Regel viel mehr Geduld, liebevolles Training, Verständnis und Zeit. Zeit, welche viele Menschen nicht bereit sind zu investieren und somit zu unfairen Trainingsmethoden greifen. 

Jene Menschen sollten sich bitte nicht für einen Tierschutzhund entscheiden, auch wenn sie bereits 30 Jahre lang "Hundeerfahrung" haben. Denn "hundeerfahren" ist man in meinen Augen nicht, wenn man all die Jahre Züchterhunde hatte, welche einfach nur unkompliziert im Alltag mitgelaufen sind.

"Hundeerfahren" ist man in meinen Augen, wenn man einen Hundelehrmeister an seiner Seite hatte, welcher einen vor verschiedenste Herausforderungen gestellt hat, die man zusammen fair und souverän gemeistert hat.

Übrigens sind Auslandshunde häufig in den ersten Wochen oder gar Monaten eher unauffällig/zurückhaltend. Dies liegt meist am „Kulturschock“ und dem Kontrollverlust, welchen jene Hunde durch ihre Rettung in unsere Zivilisation erleben. 

Bitte denken Sie also nicht direkt, dass Sie etwas falsch gemacht haben, wenn ihr Hund nach einer Zeit plötzlich unerwünschte Verhaltensweisen entwickelt. Akklimatisierung bedeutet oft Schwierigkeiten in der Mensch-Hund-Beziehung. 

Kontaktieren Sie Ihren Hundetrainer des Vertrauens und arbeiten Sie ursachenorientiert und fair an jenen unerwünschten Verhaltensweisen, sodass sich diese nicht weiterhin festigen.


(Ehemalige Straßenhunde erlebe ich übrigens oftmals (Je nach Herkunft und Lebensweise) unkomplizierter im Alltag.)


Und wenn Ihnen mal wieder ein "Besserwisser" mit unfairen Trainingsratschlägen der alten Schule mit Züchterhund entgegen kommt während Ihr Tierschutzhund bellend in der Leine hängt und Ihnen erzählen möchte wie er das mit seinem Hund hinbekommen hat, lächeln Sie einfach in sich hinein und halten Sie sich vor Augen, dass zwischen einem unkomplizierten Züchterhund und einem Tierschutzhund in der Regel Welten liegen...... und dieser Mensch hat davon wahrscheinlich keine Ahnung.


Und zu guter Letzt:

Ich bin ein sehr großer Freund von Tierschutzhunden, während ich sogenannte "Vermehrer" (Sinnloses und planloses Vermehren von Hunden ohne Gesundheitsuntersuchungen etc) niemals unterstützen würde. 

Wenn Sie sich für einen Tierschutzhund entscheiden, werden Sie vielleicht Ihren Lehrmeister des Lebens finden und an den Herausforderungen lernen und wachsen.


Herzlichen Dank an alle, die sich für (Fair)Bindung statt Strafe entscheiden.