Du fühlst dich im Alltag mit deinem Hund überfordert oder weißt nicht mehr, wie du bestimmte Situationen bewältigen sollst?
Wir unterstützen euch unter anderem bei:
Leinenaggression und reaktivem Verhalten
Aggressionsverhalten gegenüber Menschen oder Hunden
Reaktionen auf Jogger, Radfahrer, Fahrzeuge oder andere Umweltreize
starkem Ziehen an der Leine
Jagdverhalten auf Rehe, Hasen, Katzen und andere Tiere
Schwierigkeiten beim Rückruf
Unsicherheit und Angstverhalten
traumatischen Erfahrungen und deren Folgen
Hunden aus dem Tierschutz
fehlender Ruhe und ausgeprägter Unruhe
Schwierigkeiten mit Frustrationstoleranz und Impulskontrolle
Anspringen von Menschen
Schwierigkeiten beim Alleinebleiben
unerwünschtem Verhalten gegenüber Besuchern
und vielen weiteren Herausforderungen im Alltag
Auch wenn du das Gefühl hast, dass dein Hund deinen Alltag zunehmend bestimmt oder euch das Zusammenleben gerade sehr belastet, bist du bei uns richtig.
Wir schauen nicht nur auf das sichtbare Verhalten, sondern möchten verstehen, was dahintersteckt. Gemeinsam entwickeln wir einen individuellen Weg, der zu euch und den Bedürfnissen deines Hundes passt.
Melde dich gerne bei uns. Wir freuen uns darauf, euch kennenzulernen.
📞 Jetzt unverbindlich Kontakt aufnehmen
Kein Hund ist wie der andere – und deshalb gibt es für uns auch kein Training nach Schema F. Wir betrachten jeden Hund ganzheitlich – mit seiner individuellen Persönlichkeit, seiner genetischen Veranlagung, seinen Erfahrungen, Bedürfnissen und seinem persönlichen Umfeld.
Wir arbeiten ursachenorientiert. Deshalb ist eine ausführliche Anamnese zu Beginn besonders wichtig. Sie hilft uns, deinen Hund und eure gemeinsame Lebenssituation ganzheitlich kennenzulernen und besser zu verstehen, warum er sich so verhält, wie er sich verhält.
Denn bevor wir an einem bestimmten Verhalten arbeiten, möchten wir verstehen, was dahintersteckt. Welche Erfahrungen hat dein Hund gemacht? Welche Bedürfnisse bringt er mit? Welche Faktoren können sein Verhalten beeinflussen? Und welche Rolle spielst du und euer gemeinsamer Alltag?
Auf dieser Grundlage entwickeln wir einen individuellen Trainingsansatz, der zu deinem Hund, zu dir und zu euren persönlichen Möglichkeiten passt.
Unser Ziel ist es nicht, Verhalten lediglich zu unterdrücken. Wir möchten euch dabei unterstützen, Zusammenhänge zu verstehen, neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln und langfristig eine gute Basis für euren gemeinsamen Alltag zu schaffen.
So wird Training zu mehr als dem Erlernen einzelner Übungen: Es wird zu einem gemeinsamen Weg zu mehr Verständnis, Vertrauen und Sicherheit.
Für ein erfolgreiches Training sind vor allem Gelassenheit, Offenheit und eine positive Einstellung wichtig :-)
Darüber hinaus empfehlen wir:
kleine, gut schluckbare und schmackhafte Leckerlis
idealerweise ein Brustgeschirr
bei Bedarf das Lieblingsspielzeug deines Hundes
Die Leckerlis kannst du beispielsweise in einer Bauchtasche aufbewahren, sodass sie während des Trainings schnell griffbereit sind.
Dabei gilt: Belohnung ist mehr als nur Futter.
Wir arbeiten individuell mit unterschiedlichen Verstärkern und beziehen dabei unter anderem funktionale Verstärker, soziale Interaktion und soziales Lernen in unser Training ein. Entscheidend ist, herauszufinden, was für deinen Hund tatsächlich wertvoll und motivierend ist.
So gestalten wir das Training individuell, fair und passend zu deinem Hund.
Wir empfehlen für das Training grundsätzlich ein gut sitzendes Brustgeschirr, vorzugsweise ein ergonomisches Y-Geschirr.
Ein passendes Brustgeschirr verteilt die einwirkenden Kräfte über den Brustbereich und entlastet dabei Kehlkopf, Halsmuskulatur und Halswirbelsäule. Im Vergleich dazu kann Zug am Halsband direkten Druck auf empfindliche Strukturen im Halsbereich ausüben.
Auch aus gesundheitlicher Sicht sollte unnötiger Druck auf den Hals vermieden werden. Beschwerden und Verspannungen im Bereich der Halswirbelsäule können sich bei Hunden unter anderem durch Schmerzen, Bewegungsauffälligkeiten oder eine veränderte Körperhaltung äußern.
Ein einfacher Selbstversuch macht deutlich, wie unangenehm Druck am Hals sein kann: Lege Daumen und Zeigefinger vorsichtig seitlich an deinen eigenen Hals und übe nur leichten Druck aus. Schnell wird spürbar, wie sensibel dieser Bereich ist.
Training sollte Sicherheit schaffen und nicht mit Schmerzen oder unnötigem Druck verbunden sein. Ein Hund sollte sich körperlich und emotional möglichst sicher fühlen, damit er sich auf das Lernen konzentrieren kann.
Wir empfehlen ergonomische Y-Geschirre, beispielsweise:
Anny X
Petlando
Wichtig ist dabei nicht allein die Marke, sondern vor allem, dass das Geschirr passend sitzt, die Bewegungsfreiheit nicht einschränkt und individuell zum Hund passt.
Schleppleinen sollten niemals am Halsband befestigt werden. Durch das Gewicht und insbesondere durch einen plötzlichen Lauf in die Leine können erhebliche Kräfte auf den Hals wirken und zu Verletzungen führen.
Eine Schleppleine sollte daher grundsätzlich an einem dafür geeigneten, gut sitzenden Brustgeschirr befestigt werden.
Wir arbeiten nicht nach einer festen Trainingsmethode oder einem starren Schema. Jeder Hund ist einzigartig und bringt seine eigene Persönlichkeit, Genetik, Erfahrungen, Bedürfnisse und Lebenssituation mit. Deshalb gestalten wir das Training individuell und passend zu euch als Mensch-Hund-Team.
Dabei ist uns ein positiver und fairer Umgang besonders wichtig. Training darf und soll Freude machen – sowohl dir als auch deinem Hund. Natürlich kann Training manchmal herausfordernd oder anstrengend sein, doch die gemeinsame Entwicklung und die daraus entstehenden Fortschritte machen den Weg umso wertvoller.
Klare Regeln, verlässliche Strukturen und Konsequenz geben Hunden Orientierung und Sicherheit. Wir vermitteln diese Grenzen selbstverständlich gewaltfrei, verständlich und mit Respekt – damit dein Hund lernen kann, ohne Angst oder unnötigen Druck.
Unser Ziel ist ein Training, das Verständnis schafft, Vertrauen stärkt und euch als Team nachhaltig weiterbringt.
Leider werden unnötig harte Strafen und Korrekturen auch heute noch häufig vermittelt und übernommen. Dabei ist vielen Menschen nicht bewusst, welche unerwünschten Folgen daraus entstehen können.
Ein Schreckreiz, Leinenruck oder vergleichbare aversive Einwirkungen können ein unerwünschtes Verhalten zwar kurzfristig unterbrechen oder hemmen. Der Hund lernt dadurch jedoch nicht automatisch, welches Verhalten stattdessen erwünscht ist. Zudem können Angst, Unsicherheit, Stress oder eine Verschlechterung der Mensch-Hund-Beziehung entstehen.
Für uns ist Training deshalb mehr als das schnelle Unterbrechen unerwünschten Verhaltens. Wir möchten verstehen, warum ein Hund ein bestimmtes Verhalten zeigt, die zugrunde liegenden Ursachen und Zusammenhänge berücksichtigen und gemeinsam mit euch passende Alternativen erarbeiten.
So entsteht ein Training, das nicht auf Einschüchterung oder unnötigem Druck basiert, sondern fair, verständlich und nachhaltig ist – und euch als Mensch-Hund-Team langfristig stärkt.
Natürlich gibt es Regeln und Grenzen, die ein Hund kennen und einhalten sollte – allein zu seiner eigenen und unserer Sicherheit, aber auch zum Schutz anderer Menschen und Tiere.
Grenzen zu setzen bedeutet für uns jedoch nicht, einen Hund mit Härte, Angst oder Gewalt zu führen. Regeln dürfen klar sein und konsequent umgesetzt werden, ohne unfair oder aversiv zu sein.
Für uns bilden faire Kommunikation, verständliche Regeln und Grenzen, Vertrauen, Bindung und konsequentes Handeln die Grundlage für ein erfolgreiches und nachhaltiges Training.
Auch Kinder brauchen Regeln und Grenzen, um sich sicher orientieren zu können. Wir vermitteln ihnen diese ebenfalls verständlich, geduldig und respektvoll – ohne sie einzuschüchtern oder ihnen Angst zu machen.
Warum sollte es bei unseren Hunden anders sein?
Unser Ziel ist es, Orientierung und Sicherheit zu geben und gleichzeitig die Beziehung zwischen Mensch und Hund zu stärken – klar, konsequent, fair und mit gegenseitigem Respekt.
Vielleicht denkst du jetzt: „Wenn ich meinen Hund mit einer Wasserflasche anspritze, tut ihm das doch nicht weh. Und den Schlüssel werfe ich schließlich nicht nach ihm.“
Das stimmt – solche Einwirkungen müssen nicht unmittelbar körperlich schmerzhaft sein. Trotzdem können sie für einen Hund sehr unangenehm, erschreckend und verunsichernd sein. Der Hund unterbricht sein Verhalten dann möglicherweise nicht, weil er verstanden hat, was von ihm erwartet wird, sondern weil er gelernt hat, dass auf ein bestimmtes Verhalten eine unangenehme Konsequenz folgt.
Genau hier liegt für uns ein entscheidender Unterschied: Wir möchten nicht nur unerwünschtes Verhalten unterbrechen, sondern dem Hund verständlich vermitteln, welches Verhalten stattdessen erwünscht ist.
Stell dir vor, einem Kind würde jedes Mal Wasser ins Gesicht gespritzt oder ein Schlüsselbund vor die Füße geworfen, wenn es etwas tut, das wir nicht möchten. Es würde vermutlich schnell lernen, bestimmte Situationen zu vermeiden – aber nicht unbedingt verstehen, was es stattdessen tun soll. Vertrauen und Beziehung könnten darunter ebenfalls leiden.
Auch Hunde können Angst, Stress und Unsicherheit empfinden und entsprechende Situationen miteinander verknüpfen. Wir erleben beispielsweise immer wieder Hunde, die beim Anblick einer Wasserflasche zurückweichen, zusammenzucken, wenn sich ihr Mensch bewegt, oder bestimmte Situationen meiden, weil sie mit unangenehmen Erfahrungen verbunden sind.
Dass ein Hund ein Verhalten vermeintlich „schneller“ einstellt, bedeutet deshalb nicht automatisch, dass er etwas gelernt hat. Häufig wurde lediglich das Verhalten gehemmt. Die zugrunde liegende Emotion oder Ursache besteht möglicherweise weiterhin – und kann sich sogar auf andere Situationen übertragen.
Hinzu kommt, dass manche Hunde mit der Zeit weniger auf bestimmte Strafen reagieren. Was zunächst funktioniert, verliert seine Wirkung und die Einwirkung wird möglicherweise immer stärker. Damit entsteht ein Kreislauf, den wir im Training gar nicht erst beginnen möchten.
Unser Ansatz ist deshalb ein anderer: Wir möchten Verhalten verstehen, Orientierung geben und dem Hund zeigen, was er stattdessen tun kann. Dafür braucht es klare Regeln, Konsequenz und Geduld – aber keine Einschüchterung.
Denn auch wir erklären einem Kind, warum etwas nicht erlaubt ist und welches Verhalten wir uns stattdessen wünschen.
Wir sind überzeugt: Hunde verdienen diese Klarheit und dieses Verständnis genauso.
Unser Ziel ist eine Beziehung, in der dein Hund dir vertraut, sich an dir orientieren kann und nicht aus Angst vor der nächsten Korrektur handelt.
Wie bereits erwähnt, sind klare Grenzen und konsequentes Handeln wichtige Bestandteile einer guten Hundeerziehung. Entscheidend ist für uns jedoch, wie wir diese vermitteln. Grenzen dürfen Sicherheit und Orientierung geben – ohne Angst, Schmerz oder Einschüchterung.
Unnötig harte oder aversive Einwirkungen können verschiedene unerwünschte Folgen haben:
Wenn ein Hund wiederholt Situationen erlebt, in denen er sich ohnehin unsicher, ängstlich oder überfordert fühlt und zusätzlich durch seinen Menschen unangenehme Konsequenzen erfährt, kann dies sein Vertrauen nachhaltig beeinträchtigen.
Ähnlich wie bei uns Menschen kann dadurch die Sicherheit in bestimmten Situationen oder auch gegenüber der eigenen Bezugsperson verloren gehen.
Ein Hund, der beispielsweise für sein Bellen, Knurren oder anderes Ausdrucksverhalten mit einem Leinenruck oder einer anderen unangenehmen Einwirkung bestraft wird, lernt möglicherweise nicht, mit seiner Emotion besser umzugehen. Stattdessen kann er lernen, seine Reaktion zu unterdrücken.
Stress und innere Anspannung können dabei bestehen bleiben und sich unter Umständen in anderen Verhaltensweisen zeigen – beispielsweise in ständiger Unruhe, Schwierigkeiten beim Entspannen oder zwanghaftem Lecken und Beknabbern.
Hunde lernen nicht nur über direkte Konsequenzen, sondern verknüpfen Erlebnisse auch mit Orten, Situationen, Menschen und anderen Reizen.
Stell dir vor: Dein Hund sieht Pferde auf einer Weide und erschrickt in diesem Moment durch einen elektrischen Zaun. Er könnte den unangenehmen Reiz mit den Pferden, dem Ort, der Situation oder sogar mit dir in Verbindung bringen.
In der Folge könnte er Pferde oder diesen Ort zukünftig meiden, Angst davor entwickeln oder sogar mit starkem Abwehrverhalten reagieren.
Das Problem: Wir können nicht zuverlässig vorhersehen, womit ein Hund einen Schreck oder eine unangenehme Erfahrung verknüpft. Genau deshalb können aversive Methoden ungewollte Nebenwirkungen haben.
Ein Beispiel aus meiner eigenen Erfahrung:
Als mir einmal der Autoschlüssel aus der Tasche fiel, während ich unserer sensiblen Pflegehündin Mocca gerade das Geschirr anziehen wollte, erschrak sie durch den lauten Knall auf den Fliesen. Sie lief davon und wollte anschließend weder zu mir noch in die Nähe des Geschirrs.
Ein einziger Schreckmoment hatte ausgereicht, um das Geschirr zunächst negativ zu verknüpfen. In den darauffolgenden Tagen lief sie bereits weg, sobald ich das Geschirr aus dem Schrank holte.
Mittlerweile schlüpft sie wieder ganz selbstverständlich hinein. Dafür mussten wir jedoch zunächst Vertrauen und eine positive Verknüpfung mit dem Geschirr wieder aufbauen.
Auch Aggressionsverhalten kann durch unangenehme Einwirkungen entstehen oder verstärkt werden.
Wird ein Hund beispielsweise durch einen Leinenruck oder andere aversive Maßnahmen in einer ohnehin angespannten Situation zusätzlich unter Druck gesetzt, kann er seine Reaktion unter Umständen gegen die Person richten, von der die unangenehme Einwirkung ausgeht.
Das kann sich beispielsweise durch Knurren, Schnappen oder Beißen äußern.
Darüber hinaus können aversive Einwirkungen unter anderem Angst, Stress, Frustration und Verunsicherung verstärken.
Wir möchten nicht, dass ein Hund ein Verhalten nur deshalb unterdrückt, weil er eine unangenehme Konsequenz befürchtet.
Wir möchten verstehen, warum ein Hund sich so verhält, seine Emotionen und Bedürfnisse berücksichtigen und ihm zeigen, welches Verhalten wir uns stattdessen wünschen.
Denn nachhaltiges Training bedeutet für uns nicht, Verhalten einfach zum Verschwinden zu bringen. Es bedeutet, Verständnis zu schaffen, Alternativen aufzubauen und Vertrauen zu erhalten.
Klare Grenzen und Konsequenz – ja. Angst, Schmerz und Einschüchterung – nein.
Vielleicht hast auch du schon einmal beobachtet, dass dein Hund eine Situation, einen Ort oder einen Gegenstand plötzlich anders bewertet als zuvor. Solche kleinen Veränderungen können wichtige Hinweise darauf geben, wie dein Hund seine Umwelt erlebt.
Stell dir vor, du leidest immer wieder unter Bauchschmerzen, kennst aber die Ursache nicht.
Du ernährst dich möglichst gesund und trotzdem bekommst du nach dem Essen regelmäßig starke Bauchkrämpfe. Irgendwann vergeht dir bereits beim Anblick von Essen der Appetit und du suchst ärztliche Hilfe.
Du bekommst Schmerzmittel, die zunächst gut wirken: Die Schmerzen sind verschwunden. Doch sobald du die Medikamente absetzt, kommen die Beschwerden zurück. Du nimmst wieder Schmerzmittel – und irgendwann verträgst du diese nicht mehr gut. Die Beschwerden werden stärker und du befindest dich in einem Teufelskreis.
Ein anderer Arzt geht schließlich einen Schritt weiter und sucht nach der eigentlichen Ursache. Dabei stellt sich heraus: Du hast eine Laktoseintoleranz.
Mit diesem Wissen kannst du deine Ernährung entsprechend anpassen – und plötzlich geht es dir nach dem Essen wieder gut.
Genau diesen Unterschied möchten wir auch im Hundetraining deutlich machen.
Ein Hund, der beispielsweise aus Angst, Unsicherheit oder Überforderung bellt, knurrt oder nach vorne geht, kann durch Einschüchterung oder eine aversive Korrektur zwar kurzfristig ruhig werden. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass es ihm besser geht.
Die sichtbare Reaktion ist vielleicht verschwunden – die zugrunde liegende Emotion besteht möglicherweise weiterhin.
Unterdrückt ein Hund seine Reaktion immer wieder, kann sich sein Stress auf andere Weise zeigen oder das Verhalten zu einem späteren Zeitpunkt wieder auftreten. Auch neue Schwierigkeiten können entstehen.
Wir möchten deshalb nicht nur das sichtbare Verhalten verändern. Wir möchten verstehen, was dahintersteckt.
Denn auch Hunde können durch anhaltenden Stress körperlich und emotional belastet werden. Stress kann sich unter anderem auf das Ruheverhalten, die Verdauung, das Lernverhalten und die allgemeine Lebensqualität auswirken.
Unser Anspruch ist deshalb ein ursachenorientierter und ganzheitlicher Ansatz: Wir schauen genau hin, berücksichtigen die individuellen Voraussetzungen deines Hundes und erarbeiten gemeinsam mit euch einen passenden Weg.
Das Wort „Respekt“ wird leider häufig im falschen Zusammenhang verwendet. Gerade im Hundetraining hören wir immer wieder Aussagen wie: „Der Hund muss Respekt vor seinem Menschen haben.“ Doch was ist damit eigentlich gemeint?
Stell dir einmal folgende Situation vor:
Früher war es vielerorts nahezu selbstverständlich, dass Lehrer ihre Schüler mit Strafen und teilweise auch körperlichen Konsequenzen „erzogen“ haben. Versetze dich in die Lage eines Kindes, das Schwierigkeiten hat, stillzusitzen und sich zu konzentrieren.
Du bemühst dich, ruhig zu sein, kannst dich aber manchmal einfach nicht lange stillhalten. Für jeden noch so kleinen Mucks folgt eine Konsequenz: eine Strafe, ein Rauswurf aus der Klasse, ein Verweis oder ein Elterngespräch.
Der Lehrer ist für dich unberechenbar. Manchmal weißt du nicht einmal genau, warum du bestraft wurdest oder was als Nächstes passiert.
Macht dir das Lernen unter diesen Bedingungen Freude? Freust du dich auf die nächste Unterrichtsstunde?
Wahrscheinlich nicht.
Du bist vielleicht eingeschüchtert und möchtest vor allem vermeiden, etwas falsch zu machen.
Würden wir hier wirklich von Respekt gegenüber dem Lehrer sprechen? Oder handelt es sich vielmehr um Angst vor den Konsequenzen?
Stell dir dagegen einen Lehrer vor, der freundlich und wertschätzend mit seinen Schülern umgeht, auch einmal Spaß macht und gleichzeitig klare Regeln und Erwartungen vermittelt. Ein Lehrer, der konsequent ist, ohne einzuschüchtern, und seinen Schülern Sicherheit und Orientierung gibt.
Ein solcher Lehrer kann sich Respekt und Vertrauen aufbauen, ohne Angst erzeugen zu müssen.
Genau diesen Unterschied möchten wir auch im Zusammenleben mit unseren Hunden deutlich machen.
Wir möchten keinen Hund, der gehorcht, weil er Angst vor der nächsten Korrektur hat. Wir wünschen uns einen Hund, der sich an uns orientiert, weil er Vertrauen in uns hat, sich sicher fühlt und unsere Kommunikation versteht.
Respekt und Vertrauen können nicht erzwungen werden – Angst hingegen schon.
Für uns bedeutet eine gute Mensch-Hund-Beziehung deshalb nicht, dass der Hund „Respekt vor seinem Menschen haben muss“. Vielmehr möchten wir uns den Respekt und das Vertrauen unseres Hundes durch Fairness, Verlässlichkeit, Verständnis und einen respektvollen Umgang miteinander verdienen.
Vorweg: Weder ein Hund aus seriöser Zucht noch ein Tierschutzhund ist automatisch „besser“ oder „schlechter“. Beide können wunderbare Begleiter sein. Entscheidend ist vielmehr, welche Voraussetzungen ein Hund mitbringt und welche Erwartungen wir an ihn stellen.
Gerade bei Tierschutzhunden werden die Vorgeschichte, die Genetik und die fehlende Sozialisierung häufig unterschätzt. Deshalb möchten wir für diese Unterschiede sensibilisieren.
Bei einer verantwortungsvollen Zucht stehen Gesundheit, Wesen und eine gute Aufzucht im Mittelpunkt. Seriöse Züchter sind in der Regel einem Zuchtverein angeschlossen und unterliegen entsprechenden Vorgaben. Dazu können unter anderem Zuchtzulassungen, Gesundheitsuntersuchungen, die Begutachtung der Zuchtstätte und des Wurfes sowie entsprechende Nachweise gehören.
Bei einer sorgfältig geplanten Zucht werden geeignete Elterntiere ausgewählt, wobei neben Gesundheit und äußerem Erscheinungsbild auch Wesen und genetische Faktoren berücksichtigt werden.
Die Welpen wachsen idealerweise mit engem Familienanschluss auf und werden ihrem Alter entsprechend behutsam sozialisiert und an ihre Umwelt gewöhnt.
Gerade die ersten Lebenswochen sind dabei besonders wichtig. Welpen sollten in dieser sensiblen Entwicklungsphase unter anderem unterschiedliche Menschen, Tiere, Hundetypen, Geräusche, Untergründe, Gerüche, Materialien und Alltagssituationen kennenlernen.
Dabei gilt jedoch: Sozialisierung bedeutet nicht, einen Welpen möglichst vielen Reizen auszusetzen. Weniger ist häufig mehr. Ausreichend Schlaf und Ruhe sind für die Entwicklung ebenso wichtig wie positive Erfahrungen. Welpen benötigen je nach Alter sehr viel Schlaf und Erholung.
Ein Tierschutzhund hatte möglicherweise nie die Möglichkeit, seine Umwelt in vergleichbarer Weise kennenzulernen.
Manche Hunde wachsen bereits als Welpe in einem Shelter oder unter sehr schwierigen Bedingungen auf. Andere haben schlechte Erfahrungen mit Menschen oder Artgenossen gemacht oder stammen aus Populationen, in denen die Elterntiere selbst wenig Kontakt zu Menschen hatten.
Auch hier spielt Genetik eine wichtige Rolle. Ängstlichkeit, Unsicherheit, hohe Reaktivität oder andere Verhaltensmerkmale können sowohl durch Erfahrungen als auch durch genetische Faktoren beeinflusst werden.
Hinzu kommen die Lebensbedingungen: Lärm, fehlende Rückzugsmöglichkeiten, wenig Schlaf, Konflikte mit anderen Hunden, Hitze oder Kälte, ungewohnte Unterbringung, mangelnde Versorgung oder negative Erfahrungen können einen Hund dauerhaft belasten.
Ein Hund, der bisher in einem Zwinger oder Shelter gelebt hat, kommt plötzlich in ein warmes Zuhause.
Neue Geräusche.
Neue Gerüche.
Menschen, die ihn anfassen möchten.
Treppen, glatte Böden und Haushaltsgeräte.
Autos und Straßenverkehr.
Eine Leine, die seinen Bewegungsradius einschränkt.
Spaziergänge in einer völlig unbekannten Umgebung.
Fremde Hunde, die ihm möglicherweise sehr nahekommen.
Was für uns selbstverständlich ist, kann für diesen Hund eine vollkommen neue und überwältigende Welt sein.
Deshalb sollten wir einem Tierschutzhund Zeit geben, anzukommen und all diese neuen Eindrücke in seinem eigenen Tempo zu verarbeiten.
Gerade in den ersten Tagen und Wochen kann es sinnvoll sein, den Alltag möglichst ruhig zu gestalten. Wenig Besuch, ausreichend Schlaf und Ruhe sowie eine möglichst reizreduzierte Umgebung können dabei helfen, Stress abzubauen und Vertrauen aufzubauen.
Auch Spaziergänge sollten anfangs nicht nach dem Motto „Jetzt zeigen wir ihm die große Welt“ gestaltet werden. Je nach Hund kann zunächst ein sicherer, ruhiger Rahmen wichtiger sein als möglichst viele neue Eindrücke.
Wir sollten uns immer fragen:
Wie viel kann mein Hund gerade tatsächlich verarbeiten?
Und vor allem: Wir sollten einen Tierschutzhund nicht mit einem Hund vergleichen, der unter völlig anderen Voraussetzungen aufgewachsen ist.
Viele Auslandshunde zeigen sich in den ersten Tagen oder Wochen zunächst erstaunlich ruhig und zurückhaltend. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass sie bereits gut angekommen sind.
Manche Hunde befinden sich zunächst in einer Art Ausnahmezustand: Alles ist neu, die bisherigen Strukturen sind weg und der Hund muss sich in einer völlig unbekannten Umgebung orientieren.
Mit zunehmender Sicherheit kann sich deshalb auch Verhalten verändern.
Der Hund beginnt plötzlich zu bellen, reagiert auf Menschen oder Artgenossen, zeigt Jagdverhalten, kann nicht alleine bleiben oder wirkt insgesamt deutlich aufgeregter.
Das bedeutet nicht automatisch, dass du etwas falsch gemacht hast.
Vielmehr kann es ein Zeichen dafür sein, dass dein Hund langsam ankommt und sich nun sicher genug fühlt, sein tatsächliches Verhalten zu zeigen.
Ein Tierschutzhund braucht möglicherweise deutlich mehr Zeit, Geduld und individuelle Unterstützung als ein Hund, der unter optimalen Bedingungen aufgewachsen ist.
Das kann herausfordernd sein. Und genau deshalb ist es so wichtig, nicht aus Überforderung zu unfairen Trainingsmethoden zu greifen.
Auch langjährige Hundehalterfahrung bedeutet nicht automatisch, dass man auf jede Situation mit einem Tierschutzhund vorbereitet ist. Jeder Hund kann uns vor neue Herausforderungen stellen.
Für uns bedeutet echte Hundeerfahrung deshalb nicht nur, viele Jahre Hunde gehalten zu haben. Sie bedeutet auch, bereit zu sein, zuzuhören, dazuzulernen, eigene Vorstellungen zu hinterfragen und gemeinsam mit dem Hund neue Wege zu finden.
Und manchmal sind genau diese Hunde unsere größten Lehrmeister.
Sie bringen uns dazu, genauer hinzusehen, geduldiger zu werden, Zusammenhänge zu verstehen und über uns selbst hinauszuwachsen.
Wir sind große Befürworter des Tierschutzes und schätzen die besonderen Eigenschaften und Geschichten, die viele dieser Hunde mitbringen.
Gleichzeitig möchten wir auch darauf hinweisen, dass Tierschutz nicht bedeutet, jeden Hund unüberlegt zu adoptieren. Ein Hund aus dem Tierschutz sollte zu den eigenen Lebensumständen, Möglichkeiten und Erwartungen passen.
Wer sich für einen solchen Hund entscheidet, sollte bereit sein, ihm die Zeit zu geben, die er benötigt – auch wenn der gemeinsame Weg manchmal länger und herausfordernder ist als erwartet.
Vielleicht bekommst du mit deinem Tierschutzhund nicht den unkomplizierten Begleiter, den du dir vorgestellt hast.
Vielleicht bekommst du dafür etwas anderes:
Einen Hund, mit dem du gemeinsam lernen, wachsen und eine ganz besondere Verbindung aufbauen kannst.
Und vielleicht findest du in ihm genau den Lehrmeister, von dem du gar nicht wusstest, dass du ihn brauchst.